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Lübecker AIDS-Hilfe e.V.
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30 Jahre Lübecker AIDS-Hilfe e.V.

30 Jahre – 30 Weggefährten …

lautet eine weitere unserer Aktionen zum 30-jährigen Bestehen unseres Vereins, die wir bei der Vernissage der Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ am 16. November 2015 im LUV SHOPPING starteten. Bis zu unserem Geburtstag im September 2016 möchten wir 30 Menschen, Institutionen, Gruppen (hier auf unserer Homepage) benennen, die sich im Laufe von 30 Jahren Lübecker AIDS-Hilfe besonders für uns eingesetzt oder die Besonderes geleistet haben.
Wir wollen die, die einverstanden sind, benennen und – soweit möglich – zeigen. Vorstände, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen und von HIV Betroffene haben beim LAH-Planungsfrühstück 30 Menschen ausgesucht, denen wir in den letzten 30 Jahren ganz unterschiedliches Engagement und Unterstützung zu verdanken haben, egal, wie lange das Engagement dauerte.
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Als ersten Weggefährten benannten wir bei der Vernissage Wolfgang Ebeling.
Mitte der 80-er Jahre wendete er sich an die Lübecker AIDS-Hilfe. Er wurde von den damals ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vereins bis zu seinem Tod im Juni 1987 in seinem Haus in der Engelsgrube 16 betreut.
Wolfgang Ebeling war es wichtig, dass auf HIV und Aids aufmerksam gemacht wird und er sagte den Mitarbeiter*nnen, dass sie raus gehen und den LübeckerInnen sagen sollen, dass Aids auch in Lübeck angekommen ist. „Sagt, dass es mich gibt!“
Wolfgang Ebeling bedachte den Verein in seinem Testament. Von 1988 – 2016 hatte die Lübecker AIDS-Hilfe ihren Sitz in der Engelsgrube 16, das Haus trug in der Zeit seinen Namen: „Ebeling-Haus“. Wolfgangs Mut, seine Offenheit, sein Engagement für unsere Arbeit, machen ihn – auch nach seinem Tod – zu unserem Helden!
Eine ganz besondere Erinnerung ist für uns auch die Zusammenarbeit mit Wofgang Halbedel gewesen. In seiner Zeit als Sozialsenator durften wir immer seiner Unterstützung sicher sein – und sein ehrliches Engagement zum Thema HIV/Aids ist sehr vielen aus unserem Kreise nachhaltig in Erinnerung geblieben. Wir freuen uns, dass wir ihn zu den 30 Weggefährten zählen dürfen.
Wolf-D. Turné ist Gründungsmitglied der Lübecker AIDS-Hilfe e.V. und seitdem Unterstützer unseres Vereins. Insbesondere in den fast 20 Jahren seiner Zeit als Besitzer der Szene-Bar Chapeau Claque war seine Unterstützung, der wir uns stets sicher sein können, besonders wichtig für unsere Vor-Ort-Arbeit und Prävention in der schwulen Szene, also bei den Menschen, die bei uns in Deutschland besonders bedroht und betroffen sind von HIV.
Immer wieder hat sich Wolf auch Aktionen ausgedacht, um unserem Verein auch finanziell weiterzuhelfen – gerne denken wir zum Beispiel zurück an die Rosenstolz-Release-Partys mit Tombolas und an die Queer-Karaoke-Partys.
Wir freuen uns auf unsere weitere Zusammenarbeit in seiner entstehenden LOCATION 25!
Hildegard Welbers ist seit über vier Jahren im Vorstand der Lübecker AIDS-Hilfe e.V. – und seit ca. 15 Jahren ehrenamtlich im Aidshilfe-Kontext engagiert.
Auch durch das Engagement von Hildegard hat unser Verein bundesweit einen Namen für besonderen Einsatz und besonderes Engagement auf allen Tätigkeitsfeldern einer Aidshilfe erlangt. Seit 2014 ist Hildegard zudem im Vorstand der AIDS-Hilfe Neumünster e.V. tätig.
Die AIDS-Hilfe Neumünster hat, wie viele kleine Vereine, Schwierigkeiten, Ehrenamtliche fürs Vorstandsamt zu gewinnen.
Hildegard hat sich bereit erklärt, für eine Übergangszeit auch diese AIDS-Hilfe mit ihrem Engagement zu unterstützen.
P.I.G.
Ohne Hildegard gäbe es vielleicht auch die PIG Lübeck nicht mehr, die sich seit 1999 in unseren Räumen regelmäßig trifft. Hildegard hält die Gruppe zusammen, organisiert die Aktivitäten und sorgt dafür, dass seit vielen Jahren das HIV-positive „Patenkind“ Irene in Uganda von der P.I.G. unterstützt wird.
Kaum in Lübeck als Pastor gestartet, kam Matthias Liberman auf uns zu und bot seine Unterstützung an. Bei keinem der vielen Welt-Aids-Tag-Gottesdienste haben wir uns jemals so geborgen, so gesehen und gut aufgehoben gefühlt, wie bei den vieren, die er mit uns gestaltet hat. Das ist für uns eine ganz besondere Erinnerung der jüngsten Vergangenheit. Wir freuen uns, dass wir auch ihn zu den 30 Weggefährten zählen dürfen.
Foto: ©Max Reinhard
Dörte Nittka engagiert sich seit 1998 in der Lübecker AIDS-Hilfe e.V.
Von 2001 bis 2012 war sie Mitglied im Vereinsvorstand (ab 2003 als 1. Vorsitzende) und hatte dort ein spezielles Augenmerk auf die wichtige Arbeit mit und für Frauen, auf Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und die Finanzierungsfragen. Dörte war 2006 an der Gründung des Kompetenznetz AIDS in Schleswig-Holstein beteiligt und engagiert sich seit Jahren im bundesweiten Netzwerk Frauen und Aids. Dort ist sie die „Knotenfrau“ für Schleswig-Holstein..
Heinz Kleinitz war vom 3. März 2004 bis zum 23. April 2008 im Vorstand der Lübecker AIDS-Hilfe e.V. Sein ehrenamtliches Engagement ging auch über seine Vorstandszeit hinaus, er fühlte sich der Arbeit und den Zielen der AIDS-Hilfe verbunden. Heinz verstarb Anfang 2014. Wir erinnern uns gerne an Heinz und an sein umfangreiches Wissen in den Bereichen klassische Musik, Literatur und Geschichte.
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Christian Till ist Mitglied der LAH und 1. Vorsitzender des Lübecker CSD e.V. – und der Lübecker AIDS-Hilfe seit Jahren ein verlässlicher engagiertet Kooperationspartner. Wir freuen uns sehr, dass es nicht zuletzt auch durch das große Engagement von Christian Till und seinen Vereinsmitgliedern bis heute weiterhin einen jährlichen CSD in Lübeck gibt, der 2002 von der LAH in Leben gerufen wurde.
Im Frühjahr 2007 organisierten sich nach der Meldung „Nun ist es amtlich: Der CSD 2007 fällt aus!“ einige Freunde des Lübecker CSD, gründeten den Lübecker CSD e.V. und organisierten den 6. CSD in Lübeck. Der Lübecker CSD e.V ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, queere Lebensweise sichtbar zu machen und Toleranz sowie Akzeptanz für diese in der Bevölkerung zu stärken. Dieses Ziel soll mithilfe von politischem und gesellschaftlichem Engagement erreicht werden. Im Rahmen dieses Engagements organisiert der Lübecker CSD e.V. den Christopher Street Day (CSD) – und somit die größte politische Veranstaltung im Lübecker Raum.
Um eine Plattform für Begegnung, Austausch und Aufklärung bieten zu können, organisiert der Verein auch weitere, fest in das kulturelle Leben Lübecks verankerte, Aktionen und Ereignisse, wie z.B. die Kundgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie (17.Mai) und die Kundgebung und Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (23. Januar).
Ein Willkommen gilt, unabhängig ihres Alters, Geschlechts, sexueller Identität, Herkunft und Religion, allen, die sich mit den Vereinszielen identifizieren. Die Ziele des Vereins bilden die Grundlage für eine gelebte Vereinskultur. Grundlegend für den Verein ist die interdisziplinäre und überregionale Vernetzung mit anderen Vereinen, Organisationen und Unternehmen.
Angelika engagiert sich zu den Themen HIV, Behinderung und HIV-positive Frauen.
2013 waren sie und ihr Mann bundesweit Botschafter für den Welt-Aids-Tag zum Motto „Positiv zusammen leben“ und ihre Gesichter an vielen Bushaltestellen und City-Light-Plakatwänden zu sehen. Angelika schätzen wir sehr für diesen Mut und dafür, dass sie in unserem Kreis immer ganz offen und ehrlich das sagt, was sie denkt.
Jutta Scheibner arbeitet seit gut 23 Jahren im Lübecker Gesundheitsamt in der Beratungsstelle für Sexuelle Gesundheit und Aids.
Uns ist sie seitdem eine verlässliche Kooperationspartnerin. Wir schätzen sehr das vertrauensvolle Zusammenarbeiten mit ihr und ihren Kolleginnen in unserem Netzwerk Aids Lübeck und konnten und können immer ihrer Unterstützung sicher sein – ihr ehrliches Engagement zum Thema HIV/Aids bleibt vielen aus unserem Kreise nachhaltig in Erinnerung.
Jutta (hier links im Bild; neben ihr ihre liebe Kollegin Kirsten Reese) bei unserer Fotoaktion „Mein Gesicht gegen Diskriminierung“
Foto: ©wdt-photoart/W.-D. Turné
Von Anbeginn arbeiten wir mit den Ärzt*innen und Schwestern der Infektionsambulanz des UKSH Campus Lübeck vertrauensvoll zusammen.
Mehr zu der Arbeit erfahrt ihr auf diesen Seiten aus der Festbroschüre zu 25 Jahre Lübecker AIDS-Hilfe e.V. und auf diesen Seiten aus der Festbroschüre zu 20 Jahre Lübecker AIDS-Hilfe e.V.
Fachschaft Logo
Seit vielen Jahren gibt es eine wunderbare Zusammenarbeit unseres Vereins mir der Fachschaft Medizin der Universität zu Lübeck.
Immer wieder sind auch Student*innen für eine Zeit ihres Studiums in Lübeck Teil unseres Ehrenamtsteams. 2015 gab es beispielsweise folgende Kooperationen:
  • Aktion unseres „Kondomdealers“ auf der Student*innen-Party „Glühbeck“,
  • Aktion auf dem Campus Open Air und auf der Erstsemesterparty;
  • Zusammenarbeit bei der Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ vom 1. – 11.12.2015 im Zentralklinikum des UKSH Campus Lübeck und den in diesem Zusammenhang durchgeführten Veranstaltungen Filmvorführung „Same, same but different“ und Lesung durch Prof. Eggers aus der deutschen Übersetzung des Buchs “Love is the cure” von Elton John;
  • Zusammenarbeit bei den beiden Info- und Aktionsständen am Welt-Aids-Tag im Zentralklinikum des UKSH Campus Lübeck (inkl. Bäcker-Aktion) und in der Mensa der Uni (inkl. Fotoaktion „Mein Gesicht gegen Diskriminierung“);
  • 900 Kondome und Kalender-/Visitenkärtchen hat die LAH für die Erstsemestertüten zur Verfügung gestellt, 150 Kondome und Give-aways für eine Aktion des QuARG-Referats und 50 x Kondome und Give-aways für die Konferenz der deutschsprachigen Medizintechnikfachschaften KOMET, die in Lübeck tagte;
  • 3 Rollups zur Präsentation der Angebote der Lübecker AIDS-Hilfe e.V., der Fachschaft Medizin der Universität zu Lübeck und des Student*innen-Projekts „Mit Sicherheit verliebt“ wurden gedruckt, um die Zusammenarbeit und die Netzwerkstrukturen nach außen zu verdeutlichen.
  • Im November 2015 ließen sich Student*innen erneut Schnurrbärte wachsen und sammelten durch Sponsor*innen damit bei der Aktion „Movember“ Geld für die LAH.
Fachschaft Logo
Die Arbeit unseres Vereins wird zu großen Teilen von ehrenamtlich Engagierten getragen. Viele Angebote und Veranstaltungen könnten ohne die kontinuierliche und zuverlässige Mitarbeit der ehrenamtlich Tätigen nicht stattfinden.
Die LAH verfügt über knapp 20 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen, so einige sind bereits seit vielen Jahren für uns aktiv.
Monatlich findet ein Treffen der Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen statt, mehrfach im Jahr wird dieser Termin auch für Schulungen und Fortbildungen unserer freiwilligen Einsatzkräfte genutzt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen arbeiten z.B. in folgenden Bereichen:
  • Der Vorstand führt die Geschäfte und vertritt den Verein nach außen. Die drei ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Vorstands sind auch abwechselnd als AnsprechpartnerInnen beim „Offenen Treff“ vertreten und natürlich bei allen Vereinsfesten und wichtigen Veranstaltungen.
  • Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen betreuen Menschen mit HIV/Aids, bieten Begleitung und Unterstützung an.
  • Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen betreuen Informationsstände bei den verschiedensten Anlässen und Veranstaltungen und stehen Interessierten für Fragen zur Verfügung. Die Stände werden zum Teil auf Eigeninitiative der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen durchgeführt, zum Teil werden aber auch die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen bei der Betreuung der Stände unterstützt.
  • Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter ist im Einsatz bei Präventionsveranstaltungen in Schulen und Betrieben.
  • Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin setzt und gestaltet für uns alle Medien wie z.B. unseren Rundbrief, Informationsflyer, Plakate und entwickelt Logos für bestimmte Projekte und Veranstaltungen. Außerdem pflegt sie unseren Internetauftritt.
  • Ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen eigene Projekte, wie z.B. die Organisation eines Pritschenwagens inkl. Schmücken, Musikanlage usw. für die CSD-Demonstration.
  • Wir haben Helfer*innen, die alle Informationsmaterialien mit unserer Kontaktadresse versehen und im Jahr hunderte Päckchen zu bestimmten Präventionsaktionen zusammenstellen und packen – wie z.B. für die Aktionen auf dem CSD und die Nikolaus-Aktionen.
  • Darüber hinaus entwickelten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen eigene Ideen für Präventionsaktionen und stellten die dafür benötigten Gegenstände selbst her.
Im Jahr kommen so meist weit über 2.000 für unseren Verein ehrenamtlich geleistete Stunden zusammen. Wir sind sehr stolz und sehr dankbar, so ein tolles ehrenamtliches Team zu haben!
Christa Ströhl gehört dem Helferkreis der Lübecker AIDS-Hilfe e.V. an. Vor vielen Jahren hatte sie jemanden in Pflege, der von unserem früheren Mitarbeiter Jürgen Peters beraten wurde. Jürgen und seine damalige Kollegin Anja Horn wurden dann von den Frauen der Gemeinde, der Christa angehört, eingeladen, da diese sich zum Thema HIV/Aids informieren wollten. Mittlerweile ist Christa seit vielen Jahren unser Bindeglied zu ihrer Gemeinde, der Ev.-ref. Kirchengemeinde Lübeck. Dort fanden beispielsweise auch lange unsere „Offenen Treffs“ statt, einige unserer Sommerfeste, Mitgliederversammlungen und Welt-Aids-Tag-Gottesdienste. Christa bereitet die WAT-Gottesdienste seit vielen Jahren mit vor, gestaltet sie mit und sogt unermüdlich für ein schönes Ambiente dort. Seit langer Zeit ist Christa auch Ansprechpartnerin für einen HIV-positiven Menschen, schaut nach dem Rechten, bringt Lebensmittel von der Lübecker Tafel vorbei – der Kontakt wurde damals von Anja Horn vermittelt.
Stefan Gruhn ist einer der Menschen mit HIV aus unserem Kreis, die wir schon seit über 15 Jahren anfragen können, wenn es beim Thema Leben mit HIV darum geht, öffentlich Gesicht zu zeigen. Er hat uns zu so mancher Präventionsveranstaltung begleitet oder sich auch für unsere Festbroschüre zum 15-jährigen Bestehen der LAH interviewen lassen.
Gleiches gilt für unseren früheren ehrenamtlichen Mitarbeiter Hans-Lothar, der ganz offen von seinem Leben mit HIV berichtete und sich u.a. auch in der Drogenselbsthilfe JES bis zu seinem Tod 2012 engagierte.
Vor 15 Jahren lebten über 98% unserer Klient*nnen ganz versteckt mit HIV. Schritt für Schritt trauen sich mittlerweile immer mehr von HIV Betroffene, anderen Menschen von der Infektion zu erzählen – ein wichtiger und mutiger Schritt! Sich nicht (mehr) mit der HIV-Infektion zu verstecken ändert das Bild von HIV.
Nicht nur das Bild, das viele Menschen (die denken, noch nie einer HIV-positiven Person begegnet zu sein) von der Infektion haben, auch das Selbstbild kann sich ändern, Selbststigmatisierung kann abgebaut werden … nicht mehr immer aufpassen zu müssen, wem was erzählt wird, kann freier machen und psychisch gesünder.